Organisationsstruktur

Die Krabbelstube Krachmacher e.V. ist eine Elterninitiative und Mitglied im „Dachverband selbstorganisierter Kindereinrichtungen in Darmstadt (Das Kind e.V.)“. Der Dachverband und alle in ihm organisierten Kindereinrichtungen sind zudem Mitglied bei der „Landesarbeitsgemeinschaft freier Kinderarbeit in Hessen e. V. (LAG)“.

 

Standortbeschreibung

Die Krabbelstube befindet sich im Erdgeschoss eines Wohnhauses der Ingelheimer Str. 7,64295 Darmstadt. Der Eingang zur Krabbelstube befindet sich im Hinterhof.

 

Lage

Verkehrstechnisch ist die Krabbelstube mit dem Auto und mehreren Bus- und Straßenbahnlinien sehr gut zu erreichen. Direkt gegenüber befindet sich eine kleine, der Öffentlichkeit zugängliche Parkanlage.

 

Außengelände

Es gibt ein abgegrenztes Außengelände mit Fallschutzmatten, Sonnenschirmen und Sandkästen.

 

Öffnungs- und Schließzeiten

Die Krabbelstube ist Montags bis Freitags von 07.30 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet.

Die Sommerschließzeit beträgt zwei Wochen. Die genauen Daten werden gemeinsam von den Eltern und den Erzieherinnen am Anfang eines jeden Jahres festgelegt.

 

Gruppenstruktur

In der Krabbelstube werden 10 Kinder im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren betreut.

Bei Neuaufnahmen wird, soweit möglich, auf ein ausgewogenes Verhältnis von „jung und alt“ sowie Mädchen und Jungen geachtet.

 

Aufnahmeverfahren

Über das Jahr wird eine Warteliste mit interessierten, neuen Familien erstellt und von den Eltern geführt. Die Erzieherinnen empfehlen mehrere passende Familien und geben diese an den Vorstand weiter. Dieser lädt die Familien zu einem Infonachmittag ein. Inhalt dieses Infonachmittags soll das Vorstellen des aktuellen Konzeptes, sowie die Besichtigung der Krabbelstube sein. Vorstand und Erzieherinnen entscheiden gemeinsam über die Aufnahme der zukünftigen Eltern.

 

Mahlzeiten der Kinder

Im Rahmen des Tagesablaufes finden ein gemeinsames Frühstück und Mittagessen, sowie ein Nachmittagssnack statt. Das Mittagessen wird von den Eltern zu Hause gekocht und fertig mitgebracht. Ebenso werden die notwendigen Lebensmittel für die übrigen Mahlzeiten von den Eltern eingekauft.

Da uns die Zahn-Gesundheit der Kinder sehr am Herzen liegt, möchten wir in der Krabbelstube gerne den „zuckerfreien Vormittag“ einhalten.

 

Umgang mit Krankheit der Kinder

Kranke Kinder mit Fieber oder ansteckenden Krankheiten, wie z.B. Durchfall oder Bindehautentzündung, können in der Krabbelstube nicht betreut werden und müssen deshalb zu Hause bleiben. Tritt die Krankheit in der Krabbelstube auf, rufen die Erzieherinnen die Eltern an und lassen das Kind abholen.

Die Erzieherinnen dürfen aus haftungsrechtlichen Gründen keine Medikamente verabreichen. Es gelten die gesetzlichen Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes in der jeweils gültigen Fassung.

 

Personal

Das Personal unterstützt und begleitet die Kinder in ihrer Entwicklung und trägt Sorge dafür, dass die Kinder in ihrer jeweiligen Entwicklung weder über- noch unterfordert werden.

 

Qualifikation der BetreuerInnen

Die Kinder werden von 4 ausgebildeten, pädagogischen Fachkräften betreut. Sie werden von Praktikanten/innen im Freiwilligen Sozialen Jahr oder Praktikanten/innen, die in der Ausbildung zum/zur Erzieher/in stehen und Aushilfen unterstützt.

 

Personalkapazität

Die 4 ausgebildeten, pädagogischen Fachkräfte teilen sich insgesamt 100 Wochenstunden.

 

Pädagogischer Ansatz

Die Krabbelstube Krachmacher wird auf der Grundlage des Rahmenkonzeptes, den gesetzlichen Regelungen des Landes Hessen und den Vorgaben des SGB VIII geführt.

Die pädagogische Arbeit orientiert sich an Emmi Pikler und Magda Gerber.

Die tägliche pädagogische Arbeit orientiert sich an der von den Erzieherinnen und Eltern gemachten Beobachtung der Kinder und knüpft an die Interessen und individuellen Entwicklungen der Kinder an.

Altersgemäß werden die Kinder an den Tätigkeiten, der Gestaltung und der Planung des Alltags miteinbezogen.

Bei Kindern unter 3 Jahren geschieht dies besonders in der Einbeziehung bei der körperlichen Pflege und Versorgung mit Nahrung. Die Kinder werden unterstützt, das kennen zu lernen, was sie bereit sind, neu zu erlernen und das, was sie bereits beherrschen, stetig einzusetzen.

Die Kinder werden nach ihrem individuellen Schlaf- und Wach-Rhythmus und ihren persönlichen Essenszeiten entsprechend versorgt und betreut.

Darüber hinaus geben die Erzieherinnen pädagogische Anregungen und Unterstützungen in den im Hessischen Bildungsplan genannten Bereichen:

·       Stärkung der Basiskompetenzen und Ressourcen des Kindes

·       Umgang mit individuellen Unterschieden

  

Weitere Bildungsbereiche sind:

·       Musik und Tanz

·       Bewegungserziehung

·       Kreativität

·       Gesundheitserziehung

·       Vermittlung von Werten und Grenzen.

·       Sprachförderung

 

Eingewöhnung von Kindern unter 3 Jahren

Die Eingewöhnung neuer Kinder findet nach dem „Berliner Eingewöhnungsmodell“ für Kinder unter drei Jahren statt. Dieses hat zum Ziel, unter besonderer Berücksichtigung der Bindungstheorie nach John Bowlby und Mary Ainsworth, den Stress des Überganges in die noch unbekannte Tageseinrichtung für das Kind weitestgehend zu reduzieren.

Nur wenn das Bedürfnis nach einer sicheren Bindung zu einer anwesenden Bezugsperson erfüllt ist, kann ein Kind die Welt erkunden, sich mit ihr auseinander setzen und neue Lern- und Entwicklungsschritte bewältigen. Daher ist es zwingend notwendig, dass sich zwischen dem Kind und der Betreuerin eine enge und verlässliche Bindung aufbaut. Ohne Begleitung durch eine enge Bezugsperson des Kindes gelingt der Aufbau der neuen Beziehung schwierig und ist für alle Beteiligten stressbehaftet und schwierig.

Jedes Kind bekommt eine Erzieherin zugeordnet, die verantwortlich ist, die Elterngespräche zu führen und die das Kind in der Eingewöhnung (nach dem Berliner Modell) begleitet. Vor der Eingewöhnung führt jede Bezugserzieherin ein Erstgespräch mit den Eltern, das Kind darf dabei gerne anwesend sein.

Grob umrissen fängt jede Eingewöhnung damit an, dass das Kind mit Mutter oder Vater drei Tage hintereinander für jeweils eine Stunde in die Krippe kommt. Dem Elternteil fällt dabei die Rolle des „sicheren Hafen“ zu, von dem aus das Kind seine Erkundungen starten kann. Die Erzieherin wird behutsam und ohne Drängen versuchen, Kontakt mit dem Kind aufzunehmen. Am 4. Tag findet eine kurze Trennung (max. 30 Minuten) statt, bei der sich je nach Reaktion des Kindes die Länge der weiteren Eingewöhnung voraus ahnen lässt. Die Erzieherin wird nun gemeinsam mit dem Elternteil entscheiden, wie die nächsten Tage verlaufen sollen. Sollte die Beziehung zwischen Kind und Erzieherin für einen Trennungsversuch nicht stabil genug gewesen sein, sollte mit einer weiteren Trennung einige Tage gewartet werden.

In der Stabilisierungsphase wird die Teilnahme am Tagesablauf und die Zeit ohne begleitendem Elternteil in der Krippe langsam Tag für Tag ausgeweitet. Auch übernimmt die Erzieherin nach und nach alle nötigen pflegerischen Tätigkeiten und reagiert nun als erste auf die Signale des Kindes. In der Schlussphase halten sich die Eltern nicht mehr länger in der Krabbelstube auf, sie sind aber noch einige Tage kurzfristig erreichbar.

Abgeschlossen ist eine Eingewöhnung erst dann, wenn sich das Kind von der Erzieherin trösten lässt und diese als „sicheren Hafen“ akzeptiert. Eine Eingewöhnung kann zwischen 1-4 Wochen dauern, dies ist abhängig vom individuellen Bindungsverhalten des jeweiligen Kindes.

Es liegt eine tabellarische Kurzbeschreibung vor, die mit den Eltern bei der Aufnahme ausführlich besprochen wird.

 

Wickeln

Gemäß der pädagogischen Grundhaltung Emmi Piklers begreifen wir die Pflege des Kleinkindes als wichtige Beziehungspflege und Kommunikation. Wesentliche Merkmale sind die Interaktion und die sprachliche Begleitung aller ausgeführten Handlungen. Das Kind wird gemäß seinen Fähigkeiten zur Kooperation aufgefordert und wird individuell daran beteiligt und mit einbezogen.

 

Sauberkeitsentwicklung

In der Sauberkeitsentwicklung des Kindes nimmt die körperliche Reife eine wichtige Rolle ein. Bevor ein Kind seine Blasen- und Enddarm-Muskulatur bewusst kontrollieren kann, müssen sich gewisse Muskel und Nervenstränge ausgebildet haben. Der Reifungsprozess und die Kontrolle von Blase und Enddarm lassen sich nicht durch voreiliges Training beschleunigen. Für die gesamte Sauberkeitsentwicklung gilt, dass ein Kind Zeit braucht, um ein Gespür für seinen Körper und dessen Funktionen zu entwickeln. Aus eigener Kraft selbständig Sauber zu werden, führt außerdem zu einer Stärkung des Selbstwertgefühls des Kindes.

Wir unterstützen das Interesse des Kindes, indem wir den Gang auf die Toilette (oder das Töpfchen) anbieten.

 

Bedeutung des Freispiels

Unter Freispiel ist ein komplexes Geschehen während einer bestimmten Zeitdauer zu verstehen, das sich jedes Mal neu aus dem spontanen Tätigwerden der Kinder entwickelt. Diese Qualität des freien und spontanen Spiels ist eingebettet in unterstützende pädagogische Förderung. Dies gilt für den Außenbereich ebenso wie für den Gruppenraum.

Im Freispiel, das einen großen Teil des Tagesablaufes einnimmt wählt das Kind das Spielmaterial, die Spielpartner, die Spieldauer und den Spielort. So wird eine Über- oder Unterforderung vermieden.

Das Kind stärkt seine sozialen Kompetenzen, indem es Konflikte selber lösen und Kompromisse finden muss, auf andere Kinder zugeht, lernt sich durchzusetzen und Frustrationen auszuhalten.Das Kind erschließt sich im Spiel die Welt und entdeckt spielerisch u.a. mathematische (Ordnung der Welt) und physikalische Gesetze (Statik, Schwerkraft).

Der Gruppenraum bietet Materialien und Spielmöglichkeiten für alle Altersgruppen.

Die Rolle der Erzieherin besteht darin, das Kind im Freispiel zu beobachten und das Kind darin zu unterstützen, Neues auszuprobieren. Sie stellt den Kindern immer wieder interessante und altersgerechte Materialien zur Verfügung.

 

Pädagogische Angebote

Die Inhalte der pädagogischen Angebote orientieren sich an den Bedürfnissen und dem Entwicklungstand der Kinder.

 

Musik

Wir bieten den Kindern regelmäßig Musik-Projekte, im Freispiel, aber auch in angeleiteten Angeboten, an.

 

Inhalte können u.a. sein

·       Singkreis

·       Fingerspiele

·       Rhythmus-Spiele

·       Bewegungs- und Tanzspiele

·       Kennenlernen verschiedener Musikinstrumente

 

Pädagogische Ziele sind u.a.

·       Bewusste Schulung des Gehörs

·       Entwicklung des Rhythmus-Gefühls

·       Sprachförderung durch Einüben von Liedern

·       Raumorientierung

·       Förderung des Gleichgewichtssinns (kreiseln, sich drehen, schaukeln)

 

Bewegungsangebote

Je nach Alter und Bedürfnis werden den Kindern unterschiedliche Bewegungsangebot gemacht. Die geschieht in angeleiteten Bewegungsangeboten, aber auch im Freispiel.

 

Inhalte können u.a. sein

 

·       Gruppenspiele

·       Tanz

·       Angebote mit Hengstenberg-Materialien

·       Umgang mit verschiedenen Fahrzeugen

 

 

Pädagogische Ziele sind u.a.

·       Unterstützung und Förderung der Kinder in ihren jeweiligen Entwicklungsschritten

·       Weiterentwicklung der Grob- und Feinmotorik

·       Förderung des Selbstbewusstseins durch die Förderung der Eigenständigkeit

·       Sicherheit im Umgang mit dem eigenen Körper, die eigenen Fähigkeiten und Grenzen erfahren

·       Förderung des Sozialverhaltens

 

Sensomotorische Angebote

Wir bieten den Kindern nach Interessenslage im Freispiel, aber auch in angeleiteten Angeboten sensomotorische Angebote an.

 

Inhalte können u.a. sein

 

·       Schütten mit Wasser, Gries, Sand u.a., mit und ohne feinmotorischem Material

·       Sortieren

·       Erfahrungen mit Fingerfarben und Schaum

 

 

Pädagogische Ziele sind u.a.

·       Förderung der Hand-Augen-Koordination

·       Weiterentwicklung der Feinmotorik

·       Sicherheit im Umgang mit eigenen Fähigkeiten und Grenzen erfahren

·       Entwicklung von Schemata

·       Spielerisches Entdecken von mathematischen und physikalischen Gesetzen

 

Ausflüge

Die Kinder machen regelmäßig Ausflüge und kleine Spaziergänge in der näheren Umgebung.

 

Erziehungspartnerschaft

Zur Umsetzung des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans bedarf es einer engen Erziehungspartnerschaft zwischen den Sorgeberechtigten und dem pädagogischen Personal.

Damit dies gelingen kann, braucht es eine hohe Informationstransparenz zwischen Eltern und dem pädagogischen Personal.

Die Eltern werden neben dem täglichen, kurzen Austausch über Elternbriefe informiert.

An Elternabenden findet ein pädagogischer Teil statt. Bei der Aufnahme wird den Eltern das gültige Konzept vorgestellt.

 

Entwicklungsgespräche

Allen Eltern wird zweimal im Jahr ein Elterngespräch angeboten. Bei Bedarf sind auch mehr möglich. Vor der Eingewöhnung des Kindes findet ein Aufnahmegespräch statt.

 

Elternabende

Zurzeit findet alle drei Monate ein Elternabend statt. Die organisatorischen Elternabende werden vom Vorstand vorbereitet und durchgeführt.

Die Erzieherinnen nehmen ca. 1/2 Stunde daran teil. Ein pädagogischer Elternabend findet einmal im Jahr statt.

 

Ich-Buch

Für jedes Kind wird ein „Ich-Buch“ angelegt. Darin kann das Kind Bilder von sich und seiner Familie aufheben und jederzeit anschauen. Dieses wird von den Erzieherinnen im Laufe der Krabbelstubenzeit mit Elementen aus der Portfolio-Arbeit für Kinder unter 3 Jahren ergänzt. Am Ende der Krabbelstubenzeit kann das Kind sein Buch mitnehmen.